Michel Sardaby (* 4. September 1935 in Fort-de-France, Martinique) ist ein französischer Jazz-Pianist und Komponist.
Michel Sardaby lernte als Fünfjähriger Klavier und spielte schon als Kind in der Gaststätte seines Vaters in Fort-de-France. Er studierte später in Paris an der École Boulle, wo er 1956 ein Diplom erwarb; danach arbeitete er in Frankreich als professioneller Jazzpianist, in den 1960er Jahren zunächst mit Bluesmusikern wie Sonny Boy Williamson oder
T-Bone Walker.
1970 entstand in Paris sein Debütalbum
Night Cap mit Original-Kompositionen des Pianisten und einer Interpretation von
Duke Ellingtons „Satin Doll“; seine Begleiter waren
Percy Heath und
Connie Kay. 1974 entstand das Album
Gail, an dem der Bassist
Richard Davis und der Schlagzeuger
Billy Hart mitwirkten; Sardaby spielte auf dem Album sowohl akustisches als auch Fender-Rhodes-Piano. Für das Album wurde Sardaby 1976 mit dem Prix Boris Vian ausgezeichnet.
1985 bildete er ein Duo mit
Monty Alexander (
Caribbean Duet). Ab den 1990er Jahren nahm Sardaby eine Reihe von Alben für das Label
Sound Hills ein; so entstand 1992 in Quintett-Besetzung u. a mit
Ralph Moore das Album
Straight On. In den 2000er Jahren nahm er noch
At Home - A Tribute to My Father und
Night in Paris auf.
Sardaby spielte im Laufe seiner Karriere außerdem mit in Paris gastierenden US-amerikanischen Musikern wie
Kenny Clarke,
Dexter Gordon,
Dizzy Gillespie,
Bill Coleman,
Johnny Griffin,
Clark Terry,
Dee Dee Bridgewater,
Art Farmer und
Philly Joe Jones. Nach Ansicht der Autoren Richard Cook und Brian Morton ist Sardabys Spiel von
John Lewis und
Martial Solal beeinflusst.